Battlefield Shortcut Bundles – Kaufen statt verdienen?

Mit dem jüngsten Patch für Battlefield 3, führte EA/DICE die nächste Möglichkeit ein, an einzelnen Spielelementen weiter zu verdienen. Wo man vormals noch Spielzeit und Fleiß aufwenden musste, um sich Unlocks im Spiel zu verdienen, kam man nun auf die vermeintlich pfiffige Idee, diese für ganz faule einfach als „Shortcut Bundle“ zu verkaufen. Angepriesen wird dies auf dem Battlefield Blog wie folgt:

New to the game? Get a flying start with our new shortcut items

Today, we are also offering 10 different shortcut items for sale for Battlefield 3 on PC. If you’re new to the game, this is the perfect way to gain some ground on the veterans online. Or if you’d love to get your hands on those AA missiles for jets instantly, this is for you.

The 10 shortcut items are available now from Origin and include:

Kit Shortcut Bundle: Immediately unlocks all items unique to the four playable classes
Vehicle Shortcut Bundle: 
Immediately unlocks all items for all vehicles
The Ultimate Bundle: 
Immediately unlocks all items from all other available shortcut packs

Quelle: Battlefield.com

Mit Skepsis verfolgt die Szene der BF-Veteranen schon seit langem, wie sich das Franchise mehr und mehr zu Melkmaschine wandelt, doch bleibt erstaunlicherweise der große Shitstorm dagegen aus. Scheinbar hat man sich schon daran gewöhnt, dass man inzwischen für das mieten eines Ranked Servers nicht nur übermäßig an den Provider blechen darf, sondern dass dazu noch EA/DICE für jeden Slot pro Tag eine Gebühr vom Provider verlangt, die dieser sicherlich nicht selbst trägt.

Auch ist es schon normal geworden, dass man ein Spiel nur mit wenigen Karten erhält, um ein wenig später für weitere Karten zur Kasse gebeten zu werden. Wo es vormals noch die Möglichkeit gab, sich mittels Mods und eigener Server sein Spiel zu erweitern, ist auch dies ein Punkt, der aufgrund mangelnder Rentabilität nicht mehr zugelassen wird, da dies kontraproduktiv zur eigenen DLC Vermarktung wäre.

So ist es der logische, aber dennoch erschreckende weitere Schritt, dass man nun auch im Spiel selbst Elemente käuflich macht. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die Diskussionen, die damals um die Einführung von Unlocks und Ranking entbrannten. Auch wenn diese das Spielerlebnis längerfristig bereicherten, gab es auch Bedenken, ob man durch diese nicht auch unfaire Verhältnisse schaffen würde, wenn ein Unlock Vorteile gegenüber der Standardausrüstung böte. Nicht umsonst entschloss man sich deshalb in der E-sportszene dazu, im Wettbewerb keine Unlocks zuzulassen, um eine gleiche Startvoraussetzung zu schaffen.

Für die Masse der Casuals waren Unlocks ein Anreiz, weiter zu spielen. Nur wer genug Mühe und Fleiß ins Spiel steckte, konnte sich diese Belohnungen verdienen. Doch das Verdienen versteht man in der Spieleindustrie nur im monetären Sinne, weshalb wir nun bei diese Shortcut Bundles sind.

Die Denkart dahinter ist eine simple: Wenn es Casuals gibt, die viel zu wenig Zeit und Mühe ins Spiel stecken, können sie gegen Gebühr ebenfalls diese Unlocks erlangen. Sicher ersetzen diese nicht Erfahrungswerte und Fähigkeiten, doch macht es einen eklatanten Unterschied, ob man sich vorher diese Ausrüstung hart erkämpft hat, oder ob man einfach den faulen Weg geht und für 29,99 € alle Unlocks kauft.

Bleibt die Frage, wohin der weitere Weg nun führen mag? Wie wäre es denn, wenn man ein Abo-System für den Multiplayer einführt und Spielzeit gegen Geld verkauft? Oder man könnte doch auch Munition und Sprit verkaufen? Na das wäre doch was, wenn der Tank auf dem Schlachtfeld stehen bleibt und man seine Teamkollegen um ein paar Liter ingame Sprit anschnorren muss, oder schnell mal über Paypal virtuell an die Tankstelle geht? Auch das sinnlose Geballer im Spiel würde deutlich abnehmen, wenn Munition monetarisiert würde. Zurück zu alten Tugenden und mit dem Bayonett voraus, wenn der Geldbeutel mal leer ist!

Interessant bleibt auch, dass die Idee der Shortcuts damit gerechtfertigt wird, daß es eben Leute gibt, die keine Zeit haben, sich alle Unlocks selbst frei zu schalten. Ich erinnere mich aber auch an Werbung von Cheatseiten, die ähnlich argumentierten und Leuten ihre Hacks damit anpriesen, dass man damit eben nur Chancengleichheit erhalten würde, wenn man doch keine Zeit haben würde, sich durch langes Spielen in seinen Fertigkeiten zu verbessern. Wer weiß. Vielleicht gibt es für Battlefield 4 eines Tages dann eben auch ein Skill-Shortcut Bundle mit integriertem Aimbot-Abo? Wäre doch nur fair gegenüber denjenigen, die keine Zeit haben, aber dennoch mal erster in der Punktetabelle sein wollen.

P.S.: Ich habe hier irgendwo einen Eimer Ironie fallen gelassen.

Weitere Quelle: GameSpy

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Ein Gedanke zu „Battlefield Shortcut Bundles – Kaufen statt verdienen?

  1. Andrew sagt:

    Es ist wirklich traurig zu sehen, was EA/ DICE für Ausrichtung ihrer Spiele an den Tag legt. Bekommen die Damen und Herren den Hals nicht voll genug oder hat man dank Bugs, schlechten Anlauf des Spiels, überteuerten Servern, teilweise extremen Performance-Anforderungen eine zu großen Rücklauf der Spielergemeinschaft?
    Egal wie, es wird nur wenig auf die Community eingegangen. Clan nützliche Dinge, wie reservierte Slots für Member, ist nicht mal auf der Überlegungsliste und schon merkt man, dass die Clans nur die Spieler bei der Stange hielten, damit diese das Spiel kaufen, aber ein Benefit für die Clans selber nicht geliefert wird.

    Und jetzt, ein halbes Jahr nach der Erscheinung des Titels, ein kurzer Blick in die Kasse. Upps, da fehlt doch was, lasst uns etwas überlegen, bei dem wir den schon leicht gereizten BF3-Spieler noch mehr zu Kasse bitten. Ich persönlich befürchte hier, das der momentane Rückgang von Servern und Spielern nur beschleunigt wird. Es wird Zeit, das EA/ DICE zukunftsorientiert agiert und nicht nur den Profit anvisiert. SIcher muss ein Unternehmen rentabel sein, jedoch ist dies nur möglich, wenn es genügend Käufer gibt und ein Titel sich etabliert und nicht auf gute Reputationen vergangener Titel sich ausruhen und nur noch die Dollars in den Augen blitzen haben.

    Cheers Andrew

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