Archiv der Kategorie: Real Life

Immer zweimal mehr wie du – oder wie sich Religion selbst widerlegt

„Deus lo vult!“ – „Gott will es!“ sollen die Zuhörer gebrüllt haben, als Papst Urban II 1095 zum ersten Kreuzzug aufgerufen hat. Wer will da verneinen? Gott will es und wer ist man, sich dem zu widersetzen, wenn der Oberboss verkünden lässt, dass er lieber einen Haufen Weißbrote in Blechbüchsen ins gelobte Land schickt, um da ein paar Typen mit dunklerem Teint zu massakrieren, als selbst mal eben Pech und Schwefel regnen zu lassen und mit donnerhallender Stimme von oben zu verkünden, dass sich die Anhänger einer alternativen Auslegung seines Willens mal verpieseln sollen? Ist ja nicht das erste mal, dass sich Menschen aufmachen, den Willen mit Macht durch zu setzen, den dieser Gott wohl dem ein oder anderen von uns auf recht mysteriöse Art und Weise ins Ohr geflüstert hat. Wenn man sich die lange Historie göttlicher Eingebungen ansieht, dann sind es genau 100% der Fälle, in denen sich der feine Herr Gott nicht selbst auf die Socken macht, um das zu erledigen, was er so vorhat. Gottes Wille war schon immer unser Befehl.

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30 Sekunden Protest = 2 Jahre Knast #PussyRiot

Eine Seite, die sich PimelTeror nennt und somit zumindest namentlich das männliche Pendant zu Pussy Riot bildet, muss natürlich auch etwas zum Fall der russischen Punkband schreiben, die heute für ihren Kurzauftritt in der Moskauer Erlöser Kathedrale verurteilt wurde.

Auch wenn es hierzulande wohl ebenfalls strafbar wäre, eine Kirche zur Plattform des Protest zu machen, beweist die Härte der Bestrafung nur ein weiteres Mal, dass Russland noch lange keine lupenreine Demokratie ist. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor den jungen Frauen, die für ihren Kampf gegen das totalitäre Putin-Regime auch in den Knast wandern und hoffe, dass ihr Beispiel nicht verblasst.


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Heute kam das Kony 2012 Paket. Und nun?

Heute kam also nach einer Ewigkeit das in unbedachter Euphorie bestellte KONY 2012 Action-Kit. Mit gemischten Gefühlen betrachte ich den Inhalt und frage mich, wofür ich wohl stehen würde, wenn ich das T-Shirt trage und die Sticker verteile? Setze ich damit ein Zeichen, dass ich es zum Kotzen finde, dass Kriegsverbrecher unbehelligt bleiben? Mache ich mich lächerlich und zeige meiner Umwelt damit, dass ich easily impressed bin? Stehe ich mit dem KONY T-Shirt gar für öffentliche Masturbation unter Alkoholeinwirkung oder christlich missionarischem Slacktivism?

Wie gesagt, sind es ziemlich gemischte Gefühle. Mit einer ordentlichen Portion Reue.

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pimelteror

staubige namenlose zufällige, ohne trefferregistrierung und fähigkeiten